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Spreewaldbahn
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top
| LĂŒbben/Goyatz â Straupitz â Lieberose/Cottbus | LĂŒbben/Goyatz â Straupitz â Lieberose/Cottbus |
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| Historische Postkarte des Cottbuser Spreewaldbahnhofs zu Beginn des 20. Jahrhunderts . | Historische Postkarte des Cottbuser Spreewaldbahnhofs zu Beginn des 20. Jahrhunderts . |
| Kursbuchstrecke : | 152d (LĂŒbben Spreewaldbf â Cottbus Spreewaldbf) 152e (Goyatz â Straupitz) 152f (Straupitz â Lieberose Spreewaldbf) jeweils 1934 177a (LĂŒbben Spreewaldbahn â Cottbus Spreewaldbahn) 177b (Goyatz â Straupitz) 177c (Straupitz â Lieberose Spreewaldbahn) jeweils 1944, 1946 |
| Spurweite : | 1000 mm ( Meterspur ) |
| Maximale Neigung : | 33,3 â° |
| Minimaler Radius : | 100 m |
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Die Spreewaldbahn, niedersorbisch BĆoĆaĆska zeleznica, war eine meterspurige Schmalspurbahn im Spreewald, von deren Betriebsmittelpunkt Straupitz die Strecken der Schmalspurbahn nach LĂŒbben, Goyatz, Lieberose und Cottbus fĂŒhrten. Im Volksmund hieĂ die kleine Bahn âSpreewaldgusteâ, âBimmelgusteâ bzw. âTschuchteâ.
Die Spreewaldbahn AG war von 1933 bis 1945 auch EigentĂŒmerin und zeitweilige BetriebsfĂŒhrungsgesellschaft.
In Betrieb war die Spreewaldbahn im Personenverkehr von 1898 bis 1970 (Restabschnitte), im GĂŒterverkehr auf dem ReststĂŒck Cottbus Spreewaldbahnhof â Cottbus Flughafen (drei GleisanschlĂŒsse) noch bis 1983 (Umspurung auf Normalspur). Auf allen anderen Strecken wurde der GĂŒterverkehr bis zum Jahr 1968 schrittweise aufgegeben. Danach wurden alle Gleisanlagen bis auf letzte Reste des Spreewaldbahnhofs in Burg abgebaut, dort stehen heute neben einer GaststĂ€tte im BahnhofsgebĂ€ude verschiedene Originalfahrzeuge im AuĂenbereich. Am ehemaligen Bahnhof Straupitz baut der Verein IG Spreewaldbahn eine Ausstellung auf, die sieben originale Wagen der Spreewaldbahn zeigt.
Contents
âą Geschichte
âą Das Streckennetz
âą Betriebsstellen
âą Der Fahrzeugpark
âą Lokomotiven
âą Triebwagen
âą Personenwagen
âą GĂŒterwagen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
In den 1890er Jahren wurden PlĂ€ne diskutiert, den Spreewald mit einer Eisenbahn zu erschlieĂen. Diese Idee wurde jedoch nicht von allen Beteiligten begrĂŒĂt. Zu den gröĂten BefĂŒrwortern zĂ€hlten Graf von der Schulenburg in Lieberose sowie der frĂŒhere Landrat des Landkreises LĂŒbben (Spreewald), Ernst von Houwald, wohingegen einflussreiche GeschĂ€ftsleute wie Rittmeister Ernst von Heynitz-Neuhausen gegen die Bahn argumentierten.
Die ursprĂŒngliche Idee einer regelspurigen Nebenbahn scheiterte an den strengen gesetzlichen Grundlagen und an der Finanzierung. Man entschied sich daher fĂŒr eine 750-mm-spurige Bahn. Da man allerdings von Anfang an beabsichtigte, regelspurige GĂŒterwagen auf Rollböcken zu transportieren, die zustĂ€ndige Eisenbahndirektion Halle dies allerdings wegen der Sicherheitsbedenken bei dieser schmalen Spur untersagte, wurde die Bahn schlussendlich in Meterspur ausgefĂŒhrt.
Die LĂŒbben-Cottbuser Kreisbahnen
Als EigentĂŒmer der zu bauenden Spreewaldbahn grĂŒndete der Landkreis LĂŒbben unter Beteiligung der kreisfreien Stadt Cottbus am 11. bzw. 12. Dezember 1896 die LĂŒbben-Cottbuser Kreisbahnen (offizielle AbkĂŒrzung LCK). Der ebenfalls betroffene Landkreis Cottbus lehnte das Projekt ab und war daher nicht daran beteiligt. Mit dem Bau und Betrieb der Bahn wurde das Berliner Unternehmen Becker & Co. mit Vertrag vom 21. Dezember 1896 beauftragt.
Der offizielle Baubeginn erfolgte mit der Grundsteinlegung des BauhofsgebĂ€udes in Straupitz am 16. MĂ€rz 1897. Von hier aus wurde die Bahn in mehrere Richtungen gleichzeitig gebaut. Nachdem die ersten Lokomotiven der Bahn am 3. August 1897 am Lieberoser Anschlussbahnhof eintrafen und in der Folgezeit auch schon BauzĂŒge zogen, wurden die ersten Strecken der Bahn am ersten Pfingstfeiertag, dem 29. Mai 1898, offiziell eröffnet. Dabei handelte es sich um die Strecken LĂŒbben OstbahnhofâStraupitzâByhlenâLieberose Anschlussbahnhof, wo Anschluss an die Cottbus-GroĂenhainer Eisenbahn bestand, und StraupitzâGoyatz.
Die Eröffnung des Streckenabschnitts ByhlenâBurg verzögerte sich jedoch bis zum 29. Juni 1898, da der Streit um den Schlossberg bei Burg viel Zeit kostete, einen eisenzeitlichen Rundwall, dessen vollstĂ€ndige Abtragung das ursprĂŒngliche Projekt vorsah. Letztlich durfte aber nur ein bereits bestehender Einschnitt fĂŒr die Bahn erweitert werden, was die Verlagerung der Strecke um etwa 60 Meter von der geplanten Trasse notwendig machte. Die bei der Erweiterung des Einschnitts gemachten archĂ€ologischen Funde, beispielsweise bronzezeitliches Geschirr, MĂŒnzen, Knochen und Ăhnliches, gingen an das Berliner Naturkundemuseum. 1917 wurde schlieĂlich der Burger Bismarckturm auf dem Schlossberg errichtet, der daraufhin weitere AusflĂŒgler anlockte. Nachdem die BrĂŒcken ĂŒber die Spree und den Umflutkanal fertiggestellt waren, konnte am 23. Oktober 1898 auch der Abschnitt LĂŒbben OstbahnhofâLĂŒbben Anschlussbahnhof mit Anschluss an die Berlin-Görlitzer Eisenbahn eröffnet werden.
Querelen im Landkreis Cottbus, die zu langwierigen gerichtlichen Enteignungsverfahren fĂŒhrten, verzögerten die Eröffnung des Abschnitts BurgâCottbus Westbahnhof bis zum ersten Pfingstfeiertag, dem 21. Mai 1899. Der Cottbuser Westbahnhof war ursprĂŒnglich gar nicht geplant und wurde nur als Notlösung errichtet, da die endgĂŒltige LinienfĂŒhrung im Cottbuser Stadtgebiet auf Grund des geplanten Umbaus des Staatsbahnhofs noch nicht feststand. Letztendlich wurde der Abschnitt Cottbus WestbahnhofâCottbus Anschlussbahnhof am 7. Dezember 1899 offiziell eröffnet. Im Cottbusser Anschlussbahnhof (heute Spreewaldbahnhof genannt) bestand Anschluss an den Cottbuser Staatsbahnhof und somit an die BerlinâGörlitzer Eisenbahn, die Cottbus-GroĂenhainer Eisenbahn mit den Strecken nach Dresden und Frankfurt (Oder) sowie die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn mit den Strecken nach Guben, Halle / Leipzig und Sorau.
Ab dem 1. Mai 1904 vervollstĂ€ndigte der nur dem GĂŒterverkehr dienende Abschnitt GoyatzâGoyatz Umschlaghafen am Schwielochsee das Streckennetz der Spreewaldbahn, war allerdings nach dem Ersten Weltkrieg auch der erste stillgelegte und 1929 der erste rĂŒckgebaute Abschnitt der Bahn, da die erhofften Kohletransporte aus den Gruben sĂŒdlich von Cottbus mangels der geplanten, aber nie realisierten VerlĂ€ngerung der Spreewaldbahn nach Proschim nie zustande kamen. Ebenfalls nie realisiert wurde die von Anfang an konzessionierte VerlĂ€ngerung von Goyatz nach Briescht zur damals noch in Planung befindlichen Strecke LĂŒbbenâBeeskow der Niederlausitzer Eisenbahn.
Die Spreewaldbahn AG
Auf Grund der durch die Inflation bedingten schlechten wirtschaftlichen Situation der LĂŒbben-Cottbuser Kreisbahnen wurde von EigentĂŒmer und Betreiber die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft betrieben, die letztlich mit der Spreewaldbahn AG (offizielle AbkĂŒrzung: Spwb) mit Sitz in LĂŒbben durch Vertrag der Anteilseigner vom 16. August 1923 und Eintragung in das Handelsregister im April 1924 gegrĂŒndet wurde. AktionĂ€re waren der Landkreis LĂŒbben (69 %), die Stadt Cottbus (25 %) und die Eisenbahnbaugesellschaft Becker & Co. GmbH (6 %); die BetriebsfĂŒhrung wurde 1924 vertraglich fĂŒr weitere 17 Jahre an Becker & Co. vergeben.
In Vorbereitung auf die geplante, aber nie realisierte Erweiterung der Bahn ĂŒber Goyatz hinaus nach Friedland nahm die Spreewaldbahn 1931 den Busverkehr auf den Linien LĂŒbbenâGoyatzâFriedland und StraupitzâLieberoseâGoyatzâFriedland auf. Da die potenziellen FahrgĂ€ste fĂŒr die Fahrt nach Friedland groĂen Teils das Fahrrad bevorzugten, wohl nicht zuletzt auch wegen der hĂ€ufigen AusfĂ€lle des Busses, rentierte sich diese Verbindung jedoch nicht und wurde zum 1. Januar 1933 eingestellt.
Streitigkeiten zwischen der Betreibergesellschaft und den AktionĂ€ren sorgten dafĂŒr, dass der Betreibervertrag am 26. Oktober 1933 vorzeitig aufgelöst wurde, der Landkreis LĂŒbben und die Stadt Cottbus die Aktien von Becker & Co. aufkauften und die Spreewaldbahn AG selbst zum BetriebsfĂŒhrer wurde. Am 1. April 1937 ĂŒbernahm die Eisenbahnabteilung des Landesverkehrsamts Brandenburg die BetriebsfĂŒhrung.
Die Zeit als Landesbahn und unter der Deutschen Reichsbahn
Die Spreewaldbahn wurde zwischen 1945 und 1949 von verschiedenen Landesbehörden betrieben. Am 30. Oktober 1945 wurde sie nach dem Befehl Nummer 124 der Sowjetischen MilitĂ€radministration (SMAD) beschlagnahmt. Durch die von der Provinzialverwaltung betriebene entschĂ€digungslose Enteignung am 5. August 1946 ging die Spreewaldbahn in Landeseigentum ĂŒber. Ab dem 1. April 1949 wurde die Spreewaldbahn von der Deutschen Reichsbahn auf eigene Rechnung und unter eigenem Namen betrieben.
Die schrittweise Stilllegung der Spreewaldbahn begann am 18. Mai 1952, als man den Personenverkehr auf dem Abschnitt Lieberose StadtâLieberose Spreewaldbahnhof einstellte. Der GĂŒterverkehr auf diesem Abschnitt endete 1957 und die offizielle Stilllegung mit Umbenennung des normalspurigen Bahnhofs Lieberose in Jamlitz erfolgte am 28. September 1958. Die unmittelbar anschlieĂende Strecke ByhlenâLieberose Stadt wurde am 18. Oktober 1964 stillgelegt und anschlieĂend abgebaut. Der RĂŒckbau stand im Zusammenhang mit der Nutzung der Lieberoser Heide als TruppenĂŒbungsplatz Lieberose. Die gesamte Strecke Byhlen â Lieberose Spreewaldbf war seit dem Zweiten Weltkrieg beinahe bedeutungslos.
Auf der Strecke LĂŒbbenâStraupitz wurde der GĂŒterverkehr am 26. Mai 1967 und der Personenverkehr am 24. September 1967 eingestellt. Der GĂŒterverkehr zwischen Cottbus Flughafen und Goyatz endete am 26. Mai 1968, damit gab es auf der gesamten Spreewaldbahn keinen GĂŒterverkehr mehr. Der Personenverkehr zwischen Cottbus und Goyatz verblieb, bis in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 1970 mit Zug 456 von Cottbus Spreewaldbahnhof nach Straupitz bei dichtem Schneetreiben der letzte Reisezug auf den Gleisen der Spreewaldbahn fuhr. Mit Ausnahme des Abschnitts Cottbus Spreewaldbahnhof â Cottbus Flughafen wurden alle Strecken der Spreewaldbahn bis zum Sommer 1970 abgebaut. Die verbleibenden Gleise wurden fĂŒr die Bedienung der letzten drei AnschlieĂer benötigt, der PGH Glas und Spiegel, des Flugplatzes Cottbus der Nationalen Volksarmee (NVA) sowie des StraĂenbahndepots des VEB Kraftverkehr Cottbus an der Berliner StraĂe.
Als Folge der auch in der DDR spĂŒrbaren Ălkrise musste auch das Ălheizwerk des Flugplatzes auf heimische EnergietrĂ€ger umgestellt werden. Die verbliebenen Schmalspurgleise und die Rollwagenanlage des Spreewaldbahnhofs wurden nach dem 14. Februar 1983 durch Pioniereinheiten der NVA rĂŒckgebaut. Das neu gebaute Braunkohleheizwerk des Flugplatzes erhielt danach einen regelspurigen Gleisanschluss auf der alten Schmalspur-Trasse. Die letzten Reste der Spreewaldbahn waren damit bis Mai 1983 beseitigt.
Aktuelle Entwicklungen
Die Dampflokomotive 99 5703 der Spreewaldbahn und ein kombinierter GepĂ€ck- und Personenwagen aus der Erstausstattung der Spreewaldbahn sind museal erhalten. Sie wurden ab dem 19. April 1975 zusammen mit vielen anderen Utensilien der Spreewaldbahn in einer dafĂŒr gebauten Halle als AuĂenstelle des Spreewaldmuseum im Schlosspark von LĂŒbbenau ausgestellt. Die Halle musste jedoch abgerissen werden; fĂŒr die AusstellungsstĂŒcke wurde am Spreewaldmuseum LĂŒbbenau am Topfmarkt ein neues GebĂ€ude erstellt, wo sie seit 2012 frisch aufgearbeitet wieder den Museumsbesuchern gezeigt werden.
Anfang der 1990er Jahre wurden diverse PlĂ€ne zum Wiederaufbau von Teilen der Spreewaldbahn diskutiert. Diese PlĂ€ne reichten von einer dampfbetriebenen Museumsbahn zwischen Straupitz und Burg beziehungsweise zwischen Cottbus und Burg bis zur VerlĂ€ngerung der ebenfalls 1000-mm-spurigen Cottbuser StraĂenbahn ĂŒber ihre derzeitige Endstation Schmellwitz hinaus ĂŒber Sielow und die ehemalige Spreewaldbahntrasse nach Burg. Entsprechende PlĂ€ne verliefen jedoch im Sande, nicht zuletzt wegen der ungeklĂ€rten Finanzierung eines solchen Vorhabens. Der dafĂŒr gegrĂŒndete Förderverein wurde 2005 aufgelöst.
Im Jahr 1995 entstand auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Bahnhofes Burg ein âErlebnisrestaurantâ. Dieses bietet neben der thematischen Orientierung der Inneneinrichtung an der Eisenbahn (die GetrĂ€nke werden von einer Modelleisenbahn an die Tische gefahren) auch acht unterschiedlich genutzte, Ă€uĂerlich originalgetreu aufgearbeitete Wagen der Spreewaldbahn im AuĂenbereich. Die Einrichtungen der dortigen Wagen sind allerdings frei erfunden (z. B. Klassenzimmer aus den 1930er Jahren). Zudem befinden sich auf dem AuĂengelĂ€nde noch einige weitere AusstellungsstĂŒcke zur Spreewaldbahn (originaler Schneepflug, Draisine, Signale und alte RadsĂ€tze).
Im Jahr 2008 wurde in Straupitz der Verein IG Spreewaldbahn zur Bewahrung der noch erhaltenen Objekte der Spreewaldbahn gegrĂŒndet (NeugrĂŒndung 2010 wegen Formfehlern bei der ersten GrĂŒndung). Dieser hatte im Sommer 2010 insgesamt 40 Meter Gleis am ehemaligen Bahnhof Straupitz wiederaufgebaut, auf dem die sieben historischen Spreewaldbahn-Wagen des Vereins nach deren Aufarbeitung ausgestellt werden sollen. Deren Erwerb, Transport nach Straupitz und Aufarbeitung wird weiter betrieben. Im Jahr 2013 wurde das Gleis um weitere 40 Meter verlĂ€ngert, 2016 das Einfahrsignal aus Richtung Cottbus aufgestellt. Im August 2017 wurde das 4. Spreewaldfest (alle zwei Jahre) gefeiert. Zudem ist seit 2010 ein kleiner Bahnsteig mit einer Ausstellung ĂŒber die Spreewaldbahn entstanden.
In Goyatz wird zudem ein Packwagen der Spreewaldbahn am alten Bahnhof ausgestellt.
Das Streckennetz
WĂ€hrend ihrer gröĂten Ausdehnung â von 1904 bis 1929 â erreichten die Strecken der Spreewaldbahn eine GesamtlĂ€nge von 84,7 Kilometern. Die gröĂten Neigungen betrugen zwischen Goyatz und Goyatz Umschlaghafen 1:30 (33,3 â°), weshalb hier die Lokomotive auch immer talseitig gekuppelt zu sein hatte, und auf dem restlichen Netz 1:80 (12,5 â°), wo sie zwischen Byhlen und Byhleguhre sowie zwischen Byhlen und Lieberose lagen. Der kleinste Radius betrug 100 Meter. Die Zugmasse war auf 300 Tonnen begrenzt.
Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit betrug 30 km/h, in Weichenbereichen 20 km/h. Vom 1. August 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit fĂŒr Triebwagen und PersonenzĂŒge mit nicht mehr als zwei Wagen auf 40 km/h angehoben. Am 1. April 1954 hob man die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke LĂŒbbenâStraupitzâCottbus erneut auf 40 km/h an. FĂŒr ZĂŒge mit Rollbockbeförderung galt eine GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkung auf 20 km/h.
Betriebsstellen
Zu den Betriebsstellen ist zusĂ€tzlich zu erwĂ€hnen, dass alle Bahnhöfe mit nur einem Bahnsteiggleis (weitere Gleise lagen vor oder hinter dem Bahnsteig) bei der Spreewaldbahn als Haltestellen definiert wurden. Da diese aber eigentlich Bahnhöfe waren (da sie Weichen besaĂen), sind sie in dieser Liste auch als Bahnhöfe aufgefĂŒhrt.
âą Bahnhof LĂŒbben Hauptbahnhof (ursprĂŒnglich: LĂŒbben Anschlussbahnhof; ab 1931: LĂŒbben Spreewaldbahnhof), niedersorbisch: Lubin GĆowne DworniĆĄÄo; Anschlussbahnhof mit 3 Rollbockgruben, spĂ€ter Rollwagenrampen; Kilometer: 0,00; DR-KĂŒrzel: Lbn; Eröffnung: 23. Oktober 1898; Einstellung des schmalspurigen Betriebes: 24. September 1967; Ăbergangsmöglichkeit zu regelspurigen ZĂŒgen
âą Bahnhof LĂŒbben Ost (ursprĂŒnglich: LĂŒbben Ostbahnhof), niedersorbisch: Lubin JutĆĄo; Haltestelle mit Ăberholungsgleis und Ladegleis; Kilometer: 4,76; DR-KĂŒrzel: Lbo; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 24. September 1967
âą Bahnhof Radensdorf, niedersorbisch: RadowaĆĄojce; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 9,99; DR-KĂŒrzel: Rdf; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 24. September 1967
âą Bahnhof Altzauche-Burglehn (ursprĂŒnglich: Burglehne), niedersorbisch: Stara Niwa; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 11,34; DR-KĂŒrzel: Ab; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 24. September 1967
âą Bahnhof WuĂwerk (ab 1938; ursprĂŒnglich: Wusswergk), niedersorbisch: Wozwjerch; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 13,92; DR-KĂŒrzel: Wn; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 24. September 1967
âą Bahnhof Neuzauche (ursprĂŒnglich: Neu-Zauche), niedersorbisch: Nowa Niwa; Haltestelle mit Ăberholungsgleis und Ladegleis; Kilometer: 17,20; DR-KĂŒrzel: Nze; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 24. September 1967
âą Bahnhof Straupitz, niedersorbisch: TĆĄupc; zentraler mehrgleisiger Bahnhof mit mehreren Anschlussgleisen, Bahnbetriebswerk mit sechsstĂ€ndigem Lokschuppen sowie einstĂ€ndigem Triebwagenschuppen, Betriebsmittelpunkt der Spreewaldbahn; Kilometer: 20,37; DR-KĂŒrzel: Spz; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Byhlen (von 1938 bis 1945: Waldseedorf), niedersorbisch: BÄlin; Haltestelle mit Ăberholungsgleis und Weichenverbindung fĂŒr Rangierarbeiten; Kilometer: 24,80; DR-KĂŒrzel: By; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
⹠Haltepunkt Rosenhof; Kilometer: 26,70; Eröffnung: ?; Betriebseinstellung: 1945
âą Bahnhof Byhleguhre (von 1938 bis 1945: Geroburg), niedersorbisch: BÄĆa Gora; Haltestelle mit Ăberholungsgleis und Weichenverbindung fĂŒr Rangierarbeiten; Kilometer: 28,05; DR-KĂŒrzel: Byg; Eröffnung: 29. Juni 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Haltepunkt Schmogrow, niedersorbisch: Smogorjow; Kilometer: 30,61; DR-KĂŒrzel: Sgw; Eröffnung: 29. Juni 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Haltepunkt Burg Jugendturm (ursprĂŒnglich: Burg Bismarckturm), niedersorbisch: Borkowy Torm MĆoĆșiny; Kilometer: 32,13; DR-KĂŒrzel: Bb; Eröffnung: â?â; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Burg (Spreewald) (ursprĂŒnglich: Burg), niedersorbisch: Borkowy (BĆota); Bahnhof mit mehreren Lade- und Anschlussgleisen; Kilometer: 33,91; DR-KĂŒrzel: Bug; Eröffnung: 29. Juni 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Werben (Spreewald) (ursprĂŒnglich: Werben), niedersorbisch: Wjerbno (BĆota); Haltestelle mit Ăberholungsgleis und 2 Ladegleisen; Kilometer: 37,44; DR-KĂŒrzel: Wbn; Eröffnung: 21. Mai 1899; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Haltepunkt Ruben-Guhrow, niedersorbisch: Rubyn Gory; Kilometer: 40,82; DR-KĂŒrzel: Rg; Eröffnung: 21. Mai 1899; Betriebseinstellung:
âą Bahnhof Briesen (bei Cottbus) (ursprĂŒnglich: Briesen), niedersorbisch: Brjazyn; Haltestelle mit Ăberholungsgleis und Ladegleis; Kilometer: 42,43; DR-KĂŒrzel: Brn; Eröffnung: 21. Mai 1899; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Sielow, niedersorbisch: Ćœylow; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 46,37; DR-KĂŒrzel: Sow; Eröffnung: 21. Mai 1899; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Haltepunkt Cottbus Rennplatz; Eröffnung: 1904; Betriebseinstellung: â?â
âą Bahnhof Cottbus Flughafen (ursprĂŒnglich: Cottbus Westbahnhof), niedersorbisch: ChoĆebuz LÄtaniĆĄÄo; Kilometer: 49,50; DR-KĂŒrzel: Csf; Eröffnung: 21. Mai 1899; Einstellung des Personenverkehres: 4. Januar 1970; Einstellung des schmalspurigen Betriebes: 14. Februar 1983
âą Bahnhof Cottbus Spreewaldbahnhof (ab 1931; ursprĂŒnglich: Cottbus Anschlussbahnhof), niedersorbisch: ChoĆebuz BĆoĆanske DworniĆĄÄo; Anschlussbahnhof mit 3 Rollbockgruben, spĂ€ter Rollwagenrampen; Kilometer: 51,77; DR-KĂŒrzel: Csp; Eröffnung: 7. Dezember 1899; Einstellung des Personenverkehres: 4. Januar 1970; Einstellung des schmalspurigen Betriebes: 14. Februar 1983; Ăbergangsmöglichkeit zu regelspurigen ZĂŒgen
âą Bahnhof Straupitz, niedersorbisch: TĆĄupc; Kilometer: 0,00
âą Bahnhof Laasow, niedersorbisch: Ćas; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 3,28; DR-KĂŒrzel: Law; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Waldow, niedersorbisch: Waldow; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 5,52; DR-KĂŒrzel: Wow; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Siegadel (ab 1938; ursprĂŒnglich: Sikadel; spĂ€ter: Syckadel), niedersorbisch: SykadĆo; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 9,85; DR-KĂŒrzel: Sgl; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
âą Bahnhof Goyatz (von 1938 bis 1945: Schwieloch), niedersorbisch: Gojac; Bahnhof mit mehreren Ladegleisen; Kilometer: 13,78; DR-KĂŒrzel: Goy; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 4. Januar 1970
⹠Bahnhof Goyatz Umschlaghafen; Verladebahnhof mit Umsetzgleis und Schiffsanleger; Kilometer: 13,82; Eröffnung: 1. Mai 1904; Betriebseinstellung: nach dem Ersten Weltkrieg
âą Bahnhof Byhlen (von 1938 bis 1945: Waldseedorf), niedersorbisch: BÄlin; Kilometer: 0,00
âą Bahnhof Liebitz-Burghof, niedersorbisch: Libice Grod; Haltestelle mit Ăberholungsgleis; Kilometer: 7,60; DR-KĂŒrzel: Lzb; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 18. Oktober 1964
âą Bahnhof Lieberose Stadt, niedersorbisch: Luboraz MÄsto; Bahnhof mit mehreren Anschlussgleisen; Kilometer: 13,32; DR-KĂŒrzel: Lis; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 18. Oktober 1964
⹠Haltepunkt Blasdorf; Kilometer: 16,13; Eröffnung: 29. Mai 1898; Betriebseinstellung: 18. Mai 1952
⹠Haltepunkt Jamlitz; Kilometer: 17,50; Eröffnung: ?; Betriebseinstellung: 18. Mai 1952
âą Bahnhof Lieberose Spreewaldbahnhof (ab 1931; ursprĂŒnglich: Lieberose Anschlussbahnhof, nach Einstellung der Spreewaldbahn Jamlitz); Anschlussbahnhof mit zwei Rollbockgruben; Kilometer: 19,12; Eröffnung: 29. Mai 1898; Einstellung des Personenverkehrs: 18. Mai 1952; Einstellung des schmalspurigen Betriebs: 28. September 1958; Ăbergangsmöglichkeit zu regelspurigen ZĂŒgen
Auf Grund des sorbischen Ursprungs der meisten Ortsnamen, der der damaligen Regierung ein Dorn im Auge war, wurde 1938 eine Reihe von Ortsnamen durch neue deutsche Bezeichnungen ersetzt. Die zweisprachige Bezeichnung der Bahnhöfe wurde erst Mitte der 1950er Jahre eingefĂŒhrt.cite-ref-1[1]
Besonderheiten der Bahn
Typisch fĂŒr die Spreewaldbahn waren die gemischten Personen- und GĂŒterzĂŒge, mit denen der ĂŒberwiegende Teil der Leistungen erbracht wurde. Nach der Ăbernahme durch die Deutsche Reichsbahn wurde diese Art der BetriebsfĂŒhrung jedoch aufgegeben und eine strenge Trennung zwischen Personen- und GĂŒterverkehr vorgenommen.
Bis zum 30. September 1930 beförderte die Spreewaldbahn auch Post â gemÀà der entsprechenden Verordnung aus dem Jahr 1838.
Technische Eigenheiten
UrsprĂŒnglich wurde bei der Spreewaldbahn die Heberleinbremse verwendet. Anders als sonst ĂŒblich wurde die Bremsleine jedoch nicht ĂŒber die WagendĂ€cher hinweg, sondern unter den Wagen entlanggefĂŒhrt. Zwischen 1950 und 1953 erfolgte jedoch die UmrĂŒstung auf Einkammer-Druckluftbremsen der Bauart Knorr. Durch die groĂen DruckluftbehĂ€lter und Luftpumpen erhielten die ursprĂŒnglich recht zierlich wirkenden Lokomotiven ein recht wuchtiges Aussehen. Viele vor allem zweiachsige GĂŒterwagen blieben jedoch ungebremst; sie erhielten lediglich Bremsleitungen.
Die Beheizung der Personenwagen erfolgte wĂ€hrend der gesamten Betriebszeit der Spreewaldbahn mittels Ăfen. Die Anfang der 1950er Jahre angedachte UmrĂŒstung auf Dampfheizung konnte nicht ausgefĂŒhrt werden, da die Lokomotiven nicht in der Lage waren, die dafĂŒr benötigte Menge an Dampf zur VerfĂŒgung zu stellen. Stattdessen wurden die unter den Wagen angebrachten Ofenanlagen durch Einheitsöfen ersetzt, die in den FahrgastrĂ€umen standen, sodass die FahrgĂ€ste bei Bedarf selbst Kohlen nachlegen konnten.
Die Karbidbeleuchtung der Lokomotiven und die Petroleumbeleuchtung der Wagen wurden nach der Ăbernahme durch die Deutsche Reichsbahn bis 1955 durch elektrische Beleuchtung ersetzt. Toiletten wurden in die meisten Personenwagen ebenfalls erst zwischen 1950 und 1953 eingebaut.
Die Nummernschilder
Das charakteristische Erscheinungsbild der Spreewaldbahn-Lokomotiven in den letzten zwei Jahrzehnten prÀgten nicht zuletzt die Nummernschilder, die in der Werkstatt in Straupitz von Hand gefertigt wurden. Lediglich die 99 5702 und die 99 183 trugen herkömmliche im Reichsbahnausbesserungswerk gegossene Nummernschilder.
Ebenfalls abweichend von der Norm, wurden die vorderen Nummernschilder bei den sieben Lokomotiven der Erstausstattung anfangs nicht auf, sondern oberhalb der RauchkammertĂŒr angebracht. Erst als etwa um 1958 die mittigen RauchkammertĂŒrverschlĂŒsse entfernt wurden, versetzte man die Nummernschilder auf die RauchkammertĂŒr.
Der Fahrzeugpark
Die Lokomotiven der Spreewaldbahn waren ursprĂŒnglich grĂŒn lackiert mit KesselbĂ€ndern, die schwarz mit gelbem Streifen abgesetzt waren. Die Fahrgestelle waren rot. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Farbgebung durch das bei der Deutschen Reichsbahn ĂŒbliche Schwarz mit rotem Fahrwerk ersetzt.
Lokomotiven
Das RĂŒckgrat der Spreewaldbahn waren sieben kleine Dreikuppler von der Hohenzollern AG fĂŒr Lokomotivbau in DĂŒsseldorf-Grafenberg aus der Erstausstattung der Bahn. Die Lokomotiven trugen Namen von Anliegergemeinden der Bahn und erhielten spĂ€ter Nummern. Ăber den Zeitpunkt der EinfĂŒhrung von Betriebsnummern geben die Quellen einander widersprĂŒchliche AuskĂŒnfte. Teilweise wird der Zeitpunkt der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit der Nummernvergabe in Verbindung gebracht; an anderer Stelle wird ein Schreiben des Landesverkehrsamts Brandenburg an die Werkstatt in Straupitz vom 13. November 1937 als Auftrag zur Nummerierung genannt. SpĂ€ter fĂŒhrte die zustĂ€ndige Landesbehörde ein fĂŒr alle ihr unterstehenden Bahnen gĂŒltiges Nummernschema ein. Die neuen Betriebsnummern bestanden aus zwei durch Bindestrich getrennten zweistelligen Ziffernblöcken, wobei der erste die Eisenbahn bezeichnet â 09 steht fĂŒr Spreewaldbahn â und der zweite die Ordnungsnummer. Auch fĂŒr deren EinfĂŒhrung finden sich in der Literatur verschiedene Angaben; die Jahre 1940 und 1946 werden genannt. SchlieĂlich erhielten die Lokomotiven ab dem 1. Januar 1950 Reichsbahn-Nummern.
Wahrscheinlich namenlos blieb die einzige Mallet-Lokomotive der Spreewaldbahn. Sie wurde 1914 gebraucht vom Unternehmen Vering & Waechter gekauft, die sie fĂŒr die badische Lokalbahn MĂŒllheimâBadenweiler vom Berliner Lokomotivbau-Unternehmen Borsig beschafft hatte. Bei den LĂŒbben-Cottbuser Kreisbahnen war sie wohl im Bau- und GĂŒterzugdienst eingesetzt. Bereits 1926 wurde sie als Schrott verkauft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen insgesamt drei fremde Lokomotiven aus OstpreuĂen zur Spreewaldbahn. FĂŒr die beiden Maschinen des Lenz-Typs i bestand kein Bedarf, sodass das Fahrgestell einer der beiden Lokomotiven in einen Schneepflug umgebaut und die andere Lok verschrottet wurde. Die dritte, von der Arnold Jung Lokomotivfabrik in Jungenthal gebaute 1'C-Lokomotive der Pillkaller Kleinbahn wurde von der Spreewaldbahn 1947 mit der Nummer 09-27 in ihren Fahrzeugpark ĂŒbernommen. Die Nummerierung der Lokomotive Ă€nderte sich mehrfach; wĂ€hrend die Deutsche Reichsbahn ursprĂŒnglich die Nummer 99 5621 fĂŒr sie vorsah, erhielt sie 1950 die Nummer 99 5631, die am 23. April 1954 in 99 5633 geĂ€ndert wurde. Nach der Stilllegung der Spreewaldbahn wurde die Lok von der Deutschen Reichsbahn aufgearbeitet und anschlieĂend an den Deutschen Eisenbahn-Verein in Bruchhausen-Vilsen verkauft. Dort ist die Lok bis heute als âSpreewaldâ im Einsatz.
Im Jahr 1956 kam die Lokomotive 99 183 von der Bahnstrecke EisfeldâSchönbrunn zur Spreewaldbahn. Wegen des hohen VerschleiĂes an den ZahnrĂ€dern des Luttermöller-Achsantriebs wurden diese ausgebaut und die Lokomotive als 1'C1'-Maschine eingesetzt. Wegen ihres hohen Kohleverbrauchs war die leistungsstarke Maschine beim Personal als âFeurige Isabellaâ bekannt. 1962 wurde sie auf die Gera-Meuselwitz-Wuitzer Eisenbahn umgesetzt.
Um den nach der Einstellung des Verkehrs auf den anderen Strecken verbliebenen Gleisanschluss der NVA am Flugplatz Cottbus wirtschaftlicher bedienen zu können, kaufte die Deutsche Reichsbahn 1970 zwei gebrauchte Diesellokomotiven des LKM-Typs V 10 C vom Spanplattenwerk Gotha und reihte sie als 100 905-9 und 100 906-7 in den Bestand ein. Ab 1973 hieĂen sie 199 005-0 und 199 006-8. Nach der Umspurung dieses meterspurigen Restanschnitts im Jahr 1983 auf Normalspur wurden sie zur Harzquerbahn umgesetzt.
Triebwagen
Zur Effizienzsteigerung beschaffte die Spreewaldbahn einen zweiachsigen Dieseltriebwagen mit der Nr. 501 von der Waggonfabrik Talbot in Aachen; das Jahr 1934 bzw. 1935 wird von den verschiedenen Quellen als Baujahr genannt. Er wurde durch seine werbetrĂ€chtige Aufschrift âFliegender SpreewĂ€lderâ schnell bekannt. WĂ€hrend der ersten Monate verkehrte er mit einem entsprechend lackierten Beiwagen, der jedoch des Ăfteren entgleiste und daraufhin abgestellt wurde. Der Triebwagen war bis zu seiner Abstellung aufgrund ausgefahrener Achsbuchsen und beschĂ€digter Radreifen kurz vor der Einstellung des Personenverkehrs auf der Spreewaldbahn im Einsatz â meist auf der Strecke StraupitzâGoyatz oder auf der Abendverbindung StraupitzâCottbus. Im Jahr 1974 fiel das Fahrzeug mit dem charakteristischen Design dem Schneidbrenner zum Opfer.
SpÀter erhielt die Spreewaldbahn den 137 561 (ex T1 der NWE) von der Harzquerbahn, der die 99 183 bei der Spreewaldbahn ablöste; ob dies 1961 oder 1962 geschah, ist in den Quellen unterschiedlich angegeben. Als stÀrkstes Fahrzeug der Spreewaldbahn wurde der Dieseltriebwagen als Lokomotive im Personenverkehr eingesetzt. SpÀter kam das Fahrzeug wegen verbogener LangtrÀgern und RostschÀden ins Reichsbahnausbesserungswerk Wittenberge, wo er am 2. Oktober 1969 verschrottet wurde. Einige Quellen datieren das Ende des Einsatzes auf 1963, andere sprechen von einer vierjÀhrigen Einsatzzeit (bis 1965).
Personenwagen
Im Personenverkehr wurden bei der Spreewaldbahn Fahrzeuge mit der 2. und der 3. Wagenklasse eingesetzt. Mit der Klassenreform 1956 wurden sowohl die stoffbezogenen Polstersitze der ehemaligen 2. Wagenklasse, als auch die HolzbĂ€nke der ehemaligen 3. Wagenklasse durch kunstlederbezogene Hartpolstersitze ersetzt, so dass die Spreewaldbahn nun nur noch ĂŒber die neue 2. Wagenklasse verfĂŒgte.
Zur Erstausstattung der Bahn gehörten ausnahmslos zweiachsige Wagen mit offenen BĂŒhnen von der Waggonfabrik Hofmann in Breslau â vier Wagen 3. Klasse, vier Wagen 2. und 3. Klasse und drei Wagen 3. Klasse mit Post- und GepĂ€ckabteil. In den Folgejahren wurden zunĂ€chst fĂŒnf vierachsige Wagen mit besonders breiten Einstiegen und Traglastenabteilen gebraucht beschafft. Diese Wagen wurden bei der Spreewaldbahn als Marktwagen eingesetzt.
1924 kam noch eine Serie von vierachsigen Personenwagen der SĂ€chsischen Waggonfabrik AG Werdau neu hinzu. Im Jahr 1928 wurden vier zweiachsige Wagen von der Gothaer Waggonfabrik neu beschafft. Diese Wagen wurden fĂŒr den Ausflugsverkehr eingesetzt und waren mit ihrer Wagenkastenbreite von 2,90 Metern sehr markant. 1929 wurden weitere sieben Zweiachser Ă€hnlicher Bauart von der Mittelbadische Eisenbahnen AG gebraucht gekauft. In diese Zeit ist auch der Zugang eines vierachsigen Personenwagens der NWE zu datieren, der ĂŒber die ehemaligen Salzwedeler Kleinbahnen zur Spreewaldbahn kam.
Um die veralteten Zweiachser zu ersetzen, wurden in den 1950er Jahren vierachsige Personenwagen von der Schmalspurbahn CranzahlâKurort Oberwiesenthal und von der WeiĂeritztalbahn sowie ein vierachsiger GepĂ€ckwagen von der Reichenbacher Rollbockbahn umgesetzt. Die dafĂŒr nötigen Umbauten wurden im RAW Karl-Marx-Stadt vorgenommen. Da bei den zeitgleich stattfindenden Modernisierungen der Spreewaldbahnwagen ein Teil der Fahrzeuge sich auch Ă€uĂerlich sehr stark verĂ€nderte, ergab sich nun ein extrem vielfĂ€ltiger Fahrzeugpark. Nach der Einstellung des Personenverkehrs ging etwa ein Dutzend vierachsiger Reisezugwagen an die Harzquerbahn, wo sie anfangs als Ersatzteilspender dienten und erst in den 1980er Jahren ein Teil von ihnen modernisiert und wieder eingesetzt wurde.
FĂŒr den Personentransport genutzte GĂŒterwagen wurden zeitweilig auch als 4. Wagenklasse bezeichnet. Hierzu wurden fĂŒnf, spĂ€ter sechs offene zweiachsige GĂŒterwagen mit HolzbĂ€nken ausgestattet und mit Aufsatzborden (= Behelfsdach) versehen. Bei der Spreewaldbahn wurden diese Wagen als Personensommerwagen bezeichnet und dienten vor allem an Markttagen als VerstĂ€rkungswagen. Neben den bereits erwĂ€hnten Personensommerwagen waren auch zweiachsige und vierachsige GĂŒterwagen als PersonenzuggepĂ€ckwagen im Einsatz.
GĂŒterwagen
Zur Erstausstattung der Spreewaldbahn gehörten vier Typen zweiachsiger GĂŒterwagen mit einheitlichen Fahrgestellen â sieben gedeckte, 24 offene GĂŒterwagen, fĂŒnf Paar Drehschemelwagen und zwölf Niederbordwagen, die spĂ€ter um Rungen ergĂ€nzt wurden. Bis 1911 wurde der Wagenpark mit weiteren gedeckten Zweiachsern und Drehschemelwagen derselben Typen sowie vier gedeckten Vierachsern erweitert. Nach der Ăbernahme durch die Deutsche Reichsbahn wurden noch acht offene Zweiachser sowie zwei offene und zwei gedeckte Vierachser von anderen Strecken zur Spreewaldbahn umgesetzt. Die meisten dieser Wagen wurden bereits in den 1960er Jahren ausgemustert, da zu diesem Zeitpunkt der GĂŒterverkehr fast vollstĂ€ndig mit Rollwagen abgewickelt wurde. Ein GroĂteil der Wagen wurde verkauft, nicht selten an Privatpersonen, die sie dann als Schuppen oder Ăhnliches nutzten, der Rest zwischen 1959 und 1970 verschrottet.
Auch 30 Paare Rollböcke zĂ€hlten zur Erstausstattung der Spreewaldbahn. Ihr Bestand wurde in den nĂ€chsten Jahren auf 45 Paare vergröĂert. Da sie allerdings fĂŒr die verhĂ€ltnismĂ€Ăig leichten GĂŒterwagen der Jahrhundertwende ausgelegt waren, mussten sie 1938 verstĂ€rkt werden. 1953 wurden sie durch Rollwagen zweier verschiedener Typen ersetzt; verschiedene Quellen geben StĂŒckzahlen zwischen 40 und 64 an. Lediglich fĂŒr die Strecke Lieberose StadtâLieberose Spreewaldbahnhof blieben fĂŒnf Paare Rollböcke bis 1958 erhalten.
DarĂŒber hinaus gehörten zur Spreewaldbahn 15 regelspurige GĂŒterwagen â davon sechs gedeckte und sieben offene â bis zur Ăbernahme durch die Deutsche Reichsbahn.
Sonstige Fahrzeuge
Vier Bahnmeisterwagen gehörten zur Erstausstattung der Spreewaldbahn. Dabei handelte es sich um kleine Niederbordwagen ohne Kupplungen, die von Hand geschoben wurden und leicht aus dem Gleis gehoben werden konnten.
Die Spreewaldbahn besaĂ ursprĂŒnglich auch eine Draisine, die in der Bestandsaufnahme von 1924 jedoch nicht mehr enthalten war. Stattdessen waren hier zwei SchienenfahrrĂ€der aufgefĂŒhrt.
Ende der 1920er oder Anfang der 1930er Jahre beschaffte die Spreewaldbahn einen Personenkraftwagen der Marke Opel und baute ihn in der Werkstatt in Straupitz in ein Schienenfahrzeug um. HierfĂŒr wurden die Achsen gegen EisenbahnradsĂ€tze getauscht und eine Wendeeinrichtung eingebaut. Das Fahrzeug wurde nie eisenbahntechnisch abgenommen, verkehrte aber dennoch â wohl hauptsĂ€chlich zwischen Syckadel und Straupitz zum Transport von Milch, manchmal aber auch von FahrgĂ€sten. 1937 war das Fahrzeug noch vorhanden; ĂŒber seinen weiteren Verbleib ist nichts bekannt.
Am 15. Juni 1931 beschaffte die Spreewaldbahn einen Omnibus der Marke Magirus. Seine hohe StöranfĂ€lligkeit und nicht zuletzt auch ein Herstellungsfehler, die schief eingebaute Hinterachse, die fĂŒr einen auĂergewöhnlich hohen VerschleiĂ sorgte, machten das Fahrzeug ausgesprochen unrentabel. Daher wurde der Omnibus 1936 wieder verkauft.
Literatur
âą Stadtarchiv Cottbus, Deutscher Modelleisenbahn-Verband der DDR, AG 2/15 âSpreewaldbahnâ (Hrsg.), Harald GroĂstĂŒck: Die Spreewaldbahn, eine Chronik. (= Aus der Heimatgeschichte der Stadt Cottbus und Umgebung, Heft 1.) Cottbus 1988.
âą Erich PreuĂ: Die Spreewaldbahn. (= Verkehrsgeschichte) 3. neu gefasste Auflage, transpress Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-344-70737-X.
âą Manfred Weisbrod: Die Spreewaldbahn. Land, Leute und Eisenbahn. (= Eisenbahn Journal special, Ausgabe 8/94.) Hermann Merker Verlag, FĂŒrstenfeldbruck 1994, ISBN 3-922404-57-X.
âą Reiner PreuĂ, Erich PreuĂ: Schmalspurbahnen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Strecken, Fahrzeuge, Betrieb. (= Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen) transpress Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71023-0, S. 151â155.
âą Erich PreuĂ: Alles ĂŒber die Spreewald Bahn. transpress Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-71390-1.
Weblinks
Commons
: Spreewaldbahn
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Die Spreewaldbahn â eine Dokumentation
âą Interessengemeinschaft Spreewaldbahn e. V.
âą Bahnstrecken in Brandenburg: Spreewaldbahn
âą Museen in Brandenburg: Spreewaldmuseum LĂŒbbenau
âą BB14 (LĂŒbbenâ) StraupitzâCottbus (ehem. Spreewaldbahn) auf bahntrassenradeln.de
âą FrĂŒhe Dokumente und Zeitungsartikel zur Spreewaldbahn in den Historischen Pressearchiven der ZBW
Einzelnachweise
cite-note-11. â Im Kursbuch Winter 1951/52 noch nicht enthalten, im Kursbuch Sommer 1957 enthalten
51.906314.1854coordinatesKoordinaten: 51° 54âČ 22,7âł N, 14° 11âČ 7,4âł O